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Betreffend Focus Dailies Kontaktlinsen: High Tech vom Suhrental bis nach Schanghaibarbara vogt

Hoch über dem Suhrental «thront» die Maroplastic AG. Ein Unternehmen, dem im Tal kaum der richtige Stellenwert zukommt, das weltweit aber renommiert ist.

Der Weg schlängelt sich von Reitnau in die Höhe. Unerwartet lichtet sich der Nebel an diesem Herbsttag, und der Blick übers Suhrental wird zu einem der kostbarsten Erlebnisse des Tages. Sonnige Aussichten geniesst auch die Maroplastic AG, und dies nicht nur aufgrund ihrer geografischen Lage. Ende Dezember gelangt eine neue Maschine zur Auslieferung. Abnehmerin ist die Maropack in Zell. Kein unbedeutender Auftrag, bewegt sich die Verkaufssumme immerhin in Millionenhöhe.

Die Maroplastic entwickelt und baut heute Verpackungsautomaten für Flaschen und Ampullen nach dem Blow-Fill-Seal-Verfahren (Blasen-Füllen-Verschliessen). Die Kunden der Reitnauer Firma stammen aus der Medizinal- und Pharmabranche. Die Behältnisse sind uns bekannt, aber wenig geschätzt: Infusionsflaschen, Spülungen für  Focus dailies aqua comfort plus und Focus dailies Kontaktlinsen, flüssige Medikamente für Spritzen.

EIn Jahr für Maschine

Für ihren jüngsten Hit benötigte die Maroplastic eine Entwicklungs- und Bauzeit von beinahe einem Jahr. Die Maschine ist eigens für die Herstellung so genannter «Faltenbalg-Nadelampullen» kreiert worden: In der Ampulle ist die Nadel spritze (aseptisch verschlossen) bereits enthalten. Eigens angefertigte Teile, die das Aufziehen der Spritze ermöglichen, können in Zukunft mehrmals verwendet werden. Bevor die Maschine ausgeliefert wird, erfolgt eine Testphase. Die Ampullen werden hergestellt und mit der Flüssigkeit – in diesem Fall Wasser – gefüllt. Das entsprechende Medikament wird erst später, nicht in Reitnau, in steriler Umgebung abgefüllt.

Die Maroplastic, an deren Platz einst eine Traktorenwerkstatt stand, steht auf gesunden Beinen. Die wirtschaftliche Flaute war auch über dem Suhrental spürbar. Verwaltungsrat Paul Schneebeli: «Damals brauchte es einige Anstrengungen. Unsere Position wurde durch den tiefen Dollarkurs zusätzlich geschwächt.» Kurzarbeit hatte man aber nie, betont Geschäftsführer Heinz Haller. «Heute sind unsere Mitarbeiter wieder voll motiviert.» Seit Anfang Jahr steht Haller der Maroplastic vor. Zuvor war der in Staufen sesshafte Familienvater Produktionsleiter der Maroplastic.

Die Maroplastic ist ein attraktiver Arbeitgeber in der Region – nach dem (sinnbildlichen) Motto «Unsere Arbeitsplätze bieten ganz schöne Aussichten». Eine Tatsache, der gemäss Haller zu wenig Beachtung in der Region geschenkt wird: Der High-Tech-Betrieb bildet acht Lehrlinge aus, eine für die Grösse des Betriebes stolze Zahl. Auch werden Spezialisten in den Berufsbereichen der Mechanik, Software, Pneumatik und Hydraulik beschäftigt.

Inder pröbelten vergeblich

Die Weltkarte im Eingangsbereich ruft nicht nur Reiselust hervor: Zahlreiche leuchtende Punkte verraten, wo die Reitnauer Firma überall bekannt ist: Kanada, China, Europa. «In Schanghai haben wir unser eigenes Büro. In Indien sind wir sehr gut verankert», sagt Schneebeli und fügt schmunzelnd hinzu: «Einmal versuchten die Inder, eine Maschine nachzubauen, gelungen ist es ihnen aber nie!» Wolle man sich in Asien ein Stück de Kuchens abschneiden, so müsse man jetzt damit beginnen. Sehr hohe Anforderungen stelle Japan.

Zurück ins Suhrental. Die Zukunftsperspektive des Unternehmens lautet klar: der Welt immer eine Nasenlänge voraus.

Projektleiter Martin Lüscher aus Moosleerau überprüft den Produktionsablauf. barbara vogt

damals und heute

1969 suchten einige Investoren zur Herstellung der Bottlepack-Systeme einen Standort in der Schweiz; so wurde die Maroplastic AG in Reitnau gegründet. Heute beschäftigt das Maschinenbau-Unternehmen um die 70 Personen.

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